Die Schuldenfalle schlägt bei jungen Menschen immer wieder zu. Es ist ja so leicht, auf Pump und Raten zu kaufen. Sobald das 18. Lebensjahr vollendet ist, können bei entsprechenden Voraussetzungen Kredite in Anspruch genommen und Verträge eigenverantwortlich abgeschlossen werden. Das verleitet zu unüberlegten Ausgaben und teuren Anschaffungen.

Ursache und Wirkung

Der Konsumrausch ist weltweit ungebrochen. Täglich öffnen neue Online-Shops, die Elektronik- und Technikhersteller werfen High-Tech-Geräte auf den Markt, dessen absolute Zielgruppe die Jugend von heute ist, die sich damit auch bestens auskennt. Doch teure Technik hat ihren Preis.

Gründe für die Jugendverschuldung

Das folgende Diagramm zeigt die Gründe für die Verschuldung von Jugendlichen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren. Hohe Konsumausgaben sind der häufigste Grund. Wie hier zu sehen, ist ein zu geringes Einkommen der mit Abstand seltenste Grund für Schulden.

Diagramm zur Jugendverschuldung

Markenbekleidung und Lifestyleprodukte sind bei jungen Erwachsenen prioritär und ersetzen längst schon jegliche Art von Werteverständnis. Warum lange sparen, wenn der Dispo oder ein Azubi Kredit, mitunter auch die Kreditkarte, das Geld ja zur Verfügung stellen? Das ist alles gut und schön, bis eines Tages die Rückzahlung von Dispo oder Kreditraten ins Stocken gerät oder gar nicht mehr möglich ist. Dann hat die Schuldenfalle zugeschnappt.

Ein gesellschaftliches oder individuelles Problem?

Sowohl als auch – Täglich grüßt die Werbung und das auf allen Kanälen der multimedial vernetzten Landschaft. Alles muss der Kunde haben und die Zielgruppen werden immer jünger. Doch erst die Zielgruppe ab 18 Jahren ist so richtig interessant, sowohl für den Bankensektor als auch für den Handelsmarkt, denn mit der Volljährigkeit öffnen sich auch die Türen für Kreditverträge und das Risiko einer Überschuldung steigt. Wenn Einkommensverhältnisse und Bonität die Voraussetzungen erfüllen, ist es sehr leicht, einen Dispo zu eröffnen, eine Kreditkarte oder einen Konsumentenkredit in Anspruch zu nehmen.

Jungen Erwachsenen mangelt es oft an einer wirtschaftlichen Haushaltsführung, die Einteilung von Geld und die realistische Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben sind Fehlanzeige. Geld, das nicht vorhanden ist, wird ausgegeben für Dinge, die nur dem Status dienen. Das richtige Leben bleibt irgendwann auf der Strecke, wenn Miete, Strom und Lebensmittel nicht mehr bezahlt werden können. Erst dann merken viele, dass sie nicht in ein Smartphone beißen können, um den Hunger zu stillen.

Schuldenfalle vermeiden

Das Konto dauerhaft im Minus, monatliche Kreditraten zu bedienen und das Geld reicht vorne und hinten nicht zum Leben – Dieses Szenario ist leider schon Realität in vielen Haushalten. Doch es muss gerade bei jungen Leuten vorgebeugt werden, denn sie sind die begehrten Kunden der Konsumgesellschaft. Eine verantwortungsbewusste Erziehung im Umgang mit Geld und eine Lebensweise, die den eigenen finanziellen Mitteln gerecht wird, sind dabei das A und O. Geld, das nicht vorhanden ist, kann auch nicht ausgegeben werden, ein Kredit löst das Problem nicht, sondern vergrößert es letztendlich durch teure Zinsen nur. Rechnen ist wichtig und zwar vor jeder Ausgabe. Das Leben ist auch lebenswert ohne die Anhäufung von überflüssigem Konsumgut und Sparen sollte wieder in den Vordergrund rücken, um sich Wünsche ohne Schuldenfalle erfüllen zu können.

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